Glossar

Allo-, Alloromantisch, Allosexuell – Die Vorsilbe „Allo-“ kennzeichnet das Gegenteil von „aromantisch“ oder „asexuell“. Eine Person, die sich nicht auf dem betreffenden Spektrum verortet, kann demnach als allosexuell beziehungsweise alloromantisch beschrieben werden. Ist eine Person weder auf dem asexuellen noch auf dem aromantischen Spektrum, kann das Wort „Alloallo“ verwendet werden. Der Begriff ermöglicht es, diskriminierungsfrei sowohl über Allos sowie über Aros/Aces zu sprechen. Ansonsten müssten wir „nicht-asexuelle“ beziehungsweise „nicht-aromantische“ Menschen sagen, was eine Abgrenzung/Distanz von „wir“ zu „denen“ schaffen würde. Und das wollen wir vermeiden.

Alloaro – Label für Personen, die aromantisch ist und sexuelle Anziehung verspürt (also allosexuell ist).

Amatonormativität – Der Begriff der Amatonormativität geht auf Elizabeth Brake zurück und beschreibt die Überzeugung, dass romantische Beziehungen grundsätzlich wichtiger/wertvoller als andere Arten von Beziehungen (zum Beispiel Freundschaften) sind. Daraus folgt, dann oft die Annahme, dass alle Menschen diese unterhalten oder zumindest anstreben sollten. Diese Ansicht ist besonders für aromantische Menschen problematisch.

Aromantisch, Aro – Label für eine Person, die keine oder kaum romantische Anziehung empfindet.

Aromantisches Spektrum – Die Vielfalt der Ausprägungen und/oder Erscheinung rund um Aromantik. Wird auch als Beschreibung von Personen verwendet, die sich weder als aromantisch noch als alloromantisch, sondern im Bereich dazwischen verorten.

Asexuell, Ace – Label für eine Person, die keine oder kaum sexuelle Anziehung empfindet.

Asexuelles Spektrum – Die Vielfalt der Ausprägungen und/oder Erscheinung rund um Asexualität. Wird auch als Beschreibung von Personen verwendet, die sich weder als asexuell noch als allosexuell, sondern im Bereich dazwischen verorten.

A*spec, aspec – Sammelbegriff für das aplatonische, aromantische und asexuelle Spektrum. Nach einigen Definitionen werden auch Agender oder Autismus mit eingeschlossen.

Demi-, Demiromantisch, Demisexuell, Demisensuell, etc. – Die Vorsilbe „Demi-“ kennzeichnet, dass eine Person eine bestimmte Form der Anziehung erst dann für eine Person entwickeln kann, wenn eine starke emotionale Bindung zu der Person besteht. Eine Person, die sexuelle Anziehung nur unter diesen Umständen entwickelt, kann sich als „demisexuell“ beschreiben. Parallel dazu gibt es auch die Bezeichnungen „demiromantisch“ und „demisensuell“ für romantische und sensuelle Anziehung.

Loveless – Label für eine Person, die keine Liebe empfindet oder mit dem Konzept „Liebe“ nichts anfangen kann.

Queer – Englisches Wort, bedeutet “seltsam”, “eigenartig”, “komisch”; gehörte zu den Schimpfwörtern, die zur Bezeichnung von queeren Personen (besonders homosexueller Männer) im Umlauf waren. Seit den 1990er Jahren verwenden queere Personen das Wort aber auch zur Selbstbezeichnung und besetzten es damit positiv. Heute ist “queer” ein Sammelbegriff für alle Personen, die nicht der heterosexuellen und cisgeschlechtlichen Normvorstellung entsprechen. Queer grenzt die unterschiedlichen Identitäten nicht klar voneinander ab. (Eine Person ist eben nicht zum Beispiel homosexuell, aro, trans oder ace sondern einfach queer). Dadurch ist der Begriff aber auch sehr offen und bietet vielen Personen eine Identifikationsmöglichkeit. Wie mit allen Selbstbezeichnungen wollen sich aber auch nicht alle mit diesem Begriff identifizieren, sondern finden eine konkretere Bezeichnung mitunter besser.

Romance-Favorable, Romance-Indifferent, Romance-Repulsed – Die Skala von Romance-Favorable bis Romance-Repulsed wird von manchen Aros verwendet, um die eigene Einstellung gegenüber Romantik zu beschreiben. Eine Person, die zwar keine romantische Anziehung empfindet, aber romantischer Interaktion zugeneigt ist, kann sich als romance-favorable beschreiben, während ein Mensch, der sich als romance-indifferent beschreibt, romantischer Interaktion gleichgültig gegenübersteht. Romance-Repulsed hingegen bedeutet, dass eine Person romantischer Interaktion abgeneigt ist beziehungsweise sich von ihr abgestoßen fühlt.

Romantische Anziehung – Interesse an einer Person auf romantischer Ebene. Romantische Anziehung ist oft mit starken Gefühlen wie Verliebtheit verbunden und kann zu dem Wunsch führen, eine romantische Beziehung mit der Person einzugehen oder romantisch mit ihr zu interagieren.

Safe Space – Ein Ort oder eine Umgebung, in der eine Person oder Personengruppe sich sicher sein kann, dass sie keiner Form von Diskriminierung, Belästigung oder ähnlicher psychischer/emotionaler Belastung ausgesetzt wird. Es soll positive und tolerante Kultur geschaffen werden, in der auch Minderheiten sich sicher fühlen können.

SAM, Split Attraction Model (dt.: Modell der geteilten Anziehung) – Das SAM besagt, verschiedene Arten von Anziehung unterschieden und getrennt oder gegenüber unterschiedlichen Personengruppen auftreten können. So kann beispielsweise romantische von sexueller Anziehung unterschieden werden und eine Person kann romantische Anziehung empfinden ohne sich gleichzeitig sexuell angezogen zu fühlen. Neben sexueller und romantischer Anziehung werden hier häufig noch platonische (freundschaftliche), sensuelle und ästhetische Anziehung unterschieden.

Sex-Favorable, Sex-Indifferent, Sex-Repulsed – Die Skala Sex-Favorable bis Sex-Repulsed wird von manchen Aces verwendet, um die eigene Einstellung gegenüber Sex zu beschreiben. Eine Person, die zwar keine sexuelle Anziehung empfindet, aber sexueller Interaktion zugeneigt ist, kann sich damit als sex-favorable beschreiben, während ein Mensch, der sich als sex-indifferent beschreibt, sexueller Interaktion gleichgültig gegenübersteht. Sex-Repulsed hingegen bedeutet, dass eine Person sexueller Interaktion abgeneigt ist beziehungsweise sich von ihr abgestoßen fühlt.

Sex-Positive, Sex-Neutral, Sex-Negative, Antisexuell – Die Skala von Sex-Positive bis Sex-Negative wird verwendet, um die Einstellung einer Person zu Sex in der Gesellschaft zu beschreiben. Antisexuell oder sex-negativ zu sein, bedeutet eine negative Einstellung gegenüber Sex und sexuell aktiven Personen zu vertreten und zum Beispiel zu glauben, dass sexuell aktive Menschen schmutzig, eklig oder unmoralisch wären.